Racconto
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© Illustration Marcus Stark  / pixelio.de

 

Edmundo und Paulinchen

Dunkle Wolken zogen über den weißblauen, bayerischen Himmel. Wir schreiben das Jahr Anno 2007. Der Pfarrer beendet seinen Gottesdienst mit den Worten: „Und Frieden auf Erden.“ Aber was ereignet sich gerade in Bayern? Von der Oberpfalz, bis Nieder- und Oberbayern kann man derzeit nicht von Frieden reden. Der Anlass dieser Unruhe ist die Fürther Landrätin Gabriele Pauli, die doch unverblümt den Landesfürsten Edmund Stoiber kritisierte. In der bayerischen Staatskanzlei herrscht derzeit große Ratlosigkeit. „Edmundo!“, tobt Franz Josef. „Edmundo, hast du die Partei nicht mehr im Griff?“ Edi blickt zum Himmel und sprach: „Ääh, Franz Josef, ääh das ist doch nur Paulinchen.“ Der Himmel wurde noch dunkler und bedrohlicher. Es begann zu donnern. „Nur? Habe ich da richtig gehört; nur!“, lärmt Franz Josef so laut, dass der Himmel bebt. „Kann man euch den nicht alleine regieren lassen? Mit der Zerschlagung meiner CSU werden wir eine bayerische Revolution haben. Ist dir das klar? Ob dir dass klar ist, will ich wissen?“ Die Wolken bewegten sich mit Windstärke zwölf und Petrus fiel sein Manna aus dem Mund. „Wer schreit den hier so fürchterlich?“, fragt Petrus seinen Engelsboten. „Unser Franz Josef regt sich mal wieder auf“, erwidert der gehorsame Engel. Petrus überlegt nicht lange und befahl dem treuen Engel, dass er den Schreihals zu ihm bringe, solle. Wütend schwebt Franz Josef vor Petrus. „Ich beantrage einen dringenden, himmlischen Untersuchungsausschuss“, brüllt er. „Der Himmel ist doch keine politische Institution, Franzl. Aber ich komme dir entgegen“. Franz Josef Strauß und der Engel Aloisius werden von Petrus beauftragt, sich der bürgerkriegsähnlichen Zustände anzunehmen. FJS und der Engel, mitsamt ihrem himmlischen Mitarbeiterstab, hatten schon nach wenigen Minuten herausgefunden, dass diese Landrätin wahrscheinlich einer obskuren Gruppe angehört. Des Weiteren ist nicht ausgeschlossen, dass verwandtschaftliche Beziehungen zu oberbayerischen Monarchisten existieren. Immerhin hat ein gewisser Herr Lohmeier noch nicht offiziell bestätigt, dass die reizvolle Gabi seine Tochter ist, aber aus himmlisch gut unterrichteten Kreisen wird berichtet, dass das Auto von Frau Pauli schon des Öfteren vor dem Haus des Schriftstellers gesehen wurde. Außerdem ist diese zweifelhafte Person noch nicht einmal in Bayern geboren. Nach der ambrosischen Aktenlage erblickte die sogenannte Landrätin im preußischen Ausland das Licht der Welt. Genauer in Schweich an der Mosel. Inzwischen versammeln sich feministische Monarchistinnen in Passau und fordern eindringlich die bayerische Krone. Trotz aller Unkenrufe soll Frau Pauli als Königin Gabrielle I die Macht in Bayern übernehmen. Derweil verdichten sich Meldungen, wonach im Passauer Land oppositionelle Streitkräfte unter einem gewissen General Maget, der in der Uniform Napoleons gesehen wurde, zusammengezogen werden, um die bayerische Landesregierung zu stürzen. Mit seinen engsten Beratern hat sich Edmund Stoiber unter den militärischen Schutz der Gebirgsdivision in die bayerische Staatskanzlei zurückgezogen. Es grollt erneut über dem bayerischen Firmament. „Edmundo!“, tobt abermals Franz Josef. „Edmundo kämpfe! Was habe ich dir damals gelehrt, du Hirsch!“ Edi blickt zum Himmel. „Ääh, das ist doch nur Paulinchen. Die haben wir im Griff. Und mit dem sozialistischen Möchtegerngeneral werde ich auch noch fertig“. Inzwischen, so hört man, sei die designierte Königin Gabrielle I kompromissbereit. Das Münchner Tagblatt berichtet in seiner letzten Ausgabe, dass mit der Kandidatur von Jürgen Klinsmann zum Ministerpräsidenten der Frieden wiederhergestellt werden könne. Mit einer positiven Entscheidung aus Florida wird in den nächsten Stunden gerechtet, so die letzte Meldung aus München.

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